Leistungsfach Geographie gewinnt Einblicke in die nachhaltige Alpwirtschaft der Allgäuer Hochalpen
Auf Einladung des Marktes Bad Hindelang erhielt das Leistungsfach Geographie (Q13) die einmalige Gelegenheit, an der Buchvorstellung „Allgäuer Alpwirtschaft in Bad Hindelang – Immaterielles Kulturerbe in Deutschland“ mit anschließender Podiumsdiskussion im Kurhaus teilzunehmen. Die Veranstaltung fand anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Auszeichnung der „Hochalpinen Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang“ als hervorragendes Praxisbeispiel des Immateriellen Kulturerbes durch die Deutsche UNESCO-Kommission statt. Die Abiturientinnen und Abiturienten konnten zentrale Inhalte des Geographieunterrichts direkt vor Ort erleben. Themen wie nachhaltige Raumnutzung, Nutzungskonflikte im Alpenraum, Klimaanpassung und regionale Wertschöpfung wurden praxisnah und im Austausch mit Fachleuten erfahrbar. Besonders das „Ökomodell Hindelang“ zeigte, wie Direktvermarktung, kurze Wirtschaftskreisläufe und naturnahe Bewirtschaftung ineinandergreifen. Die Veranstaltung bot so ein anschauliches Beispiel für nachhaltige Entwicklung, das weit über die Region hinaus Beachtung findet.
Zu den Fachautoren zählt Werner Bätzing, einer der bedeutendsten Alpenforscher Europas, der die Einordnung des Werkes übernahm. Seiner Einschätzung nach gibt es im bayerischen Alpenraum nichts Vergleichbares, alpenweit nur wenige ähnliche Publikationen. Das Buch wird durch prominente Vorworte unterstrichen, unter anderem von Markus Söder. Auch Michaela Kaniber steuerte einen Beitrag bei. Weitere Beiträge stammen von Alfred Ringler, ausgezeichnet mit dem Deutschen Alpenpreis der CIPRA, von Staatsminister a. D. Josef Miller sowie von Dr. Michael Honisch zur Geschichte der Alpwirtschaft. Internationale Einblicke aus der Schweiz und Frankreich runden den Band ab.
Herausgegeben vom Context Verlag Augsburg / Nürnberg entstand das Buch in dreijähriger Arbeit von 22 Autorinnen und Autoren. Auf 256 Seiten mit 230 Fotografien dokumentiert es die Alpwirtschaft in den Allgäuer Hochalpen und alle 46 anerkannten Alpen der Gemeinde. Im Mittelpunkt steht die Arbeit der Älplerfamilien und Bergbauern, die diese Kulturlandschaft bewahren. Bürgermeisterin Sabine Rödel betonte, dass das Buch kein nostalgischer Rückblick sei, sondern ein zeitgemäßes Dokument nachhaltigen Wirtschaftens. Alpwirtschaft verbindet Wirtschaftsform, Landschaftspflege, kulturelle Identität und Generationenvertrag – und prägt damit die Zukunft der Region.
Das Werk verdeutlicht, dass Alpwirtschaft weit mehr als Lebensmittelproduktion ist. Sie stiftet Identität, formt das Landschaftsbild, erhält Biodiversität und ermöglicht natur- und sozialverträglichen Tourismus. Historische Aspekte – von Käseproduktion über Allgäuer Braunvieh bis zur „Eisenzeit“ am Berg – werden ebenso behandelt wie aktuelle Herausforderungen: Klimawandel, Wassermanagement, Besucherlenkung, Digitalisierung oder die Rückkehr des Wolfs. Besonders deutlich wird das enge Zusammenspiel von Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus, das die Allgäuer Hochalpen seit Jahrhunderten prägt.
Gymnasium Sonthofen